Ab 2021 wird eine Wanderausstellung an verschiedenen  Schauplätzen der Stadtwende zu sehen sein. Die Ausstellung verbindet die Ergebnisse unseres Projekts mit authentischen Dokumenten aus den Ausstellungstädte und den Stimmen der dortigen Zeitzeug*innen. Erste Station der Ausstellung ist ab Oktober 2021 Brandenburg an der Havel.

Gedanklicher Ausgangspunkt der Schau ist die Frage, wie es zu dem gravierenden Stadtverfall in Altbauquartieren der DDR und damit einhergehend zum Verlust wertvoller Kulturdenkmäler kommen konnte.

Die Ausstellung skizziert die DDR-Stadterneuerungs- und Städtebaupolitik  und erläutert an einer Vielzahl authentischer Dokumente Ursachen wie Hintergründe jener Fehlentwicklungen, die in den 1980er Jahren in zahlreichen Altstädten und Gründerzeitgebieten der DDR zu einem veritablen baulichen Notstand führten. Bei näherem Hinsehen präsentiert sich ein widersprüchliches Bild: Denn dem Stadtverfall stehen vielerorts vorbildlich umgesetzte Denkmalsanierungen und Stadterneuerungsprojekte gegenüber.

Im Zuge der politischen Wende kam es schließlich ab Oktober 1989  – auch als Konsequenz der Bürgerproteste – zu einer radikalen Wende in der Bau- und Stadterneuerungspolitik. Für nicht wenige Baudenkmale und Ensembles bedeutete dies eine Rettung in letzter Minute.

Neben der zeitgeschichtlichen und baupolitischen Betrachtung lenkt die Ausstellung den Blick auf die handelnden Akteure – Architekten und Stadtplaner ebenso wie Denkmalpfleger oder Vertreter von Bürgergruppen, die gegen Ende der 1980er Jahren in vielen Städten gegen den Verfall opponierten und mit ihrem Einsatz für Altstadtensembles oder einzelne Baudenkmale nicht selten persönliche Nachteile und Konflikte mit der Staatsmacht riskierten. Diese Menschen kommen in der multimedial konzipierten Ausstellung zu Wort.  Auch die Fachdebatten unter den ostdeutschen Baufachleuten sowie der Einfluss ihrer Ausbildung werden nachgezeichnet. An jeder Station der Ausstellung wird es zudem ein ortsspezifisches Rahmenprogramm geben – Zeitzeugengespräche, Podiumsgespräche thematische Stadtspaziergänge, Filmvorführungen sowie Angebote für Schulen.

Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen: Ihr einführender Teil stellt die Baupolitik und Stadterneuerungsdynamik der DDR gesamthaft in ihrer fachpolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimension dar. In jedem der Ausstellungsorte wird dieser übergreifende Teil um ein Modul ergänzt, dass die von Ort zu Ort recht unterschiedliche Entwicklung darstellt: während etwa in Weimar, als Klassikerstadt Aushängeschild der DDR-Kulturpolitik, nur moderate Verluste an historischer Substanz zu verzeichnen waren, büßten Halle oder Dessau-Roßlau deutlich mehr Bauerbe ein.

Auf dieser Seite werden wir Sie rechtzeitig über die Ausstellungstermine informieren. Bisher bestätigte Ausstellungsorte sind: Brandenburg, Dessau-Roßlau, Halle/Saale, Potsdam, Schwerin, Stralsund und Weimar.

Brandenburg an der Havel vom 21.10.2021 – 31.01.2022

Stralsund

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