Schwarzwohnen

Prinzipiell wurde Wohnraum in der DDR staatlicherseits zugewiesenen. Seit den 1970er Jahren sollte die Wohnungsnot vorrangig durch die Erstellung von Großwohnsiedlungen am Stadtrand behoben werden. In den 1980er Jahren nahm der Leerstand in den historischen Innenstädten zu, der Verfall von Stadtkernen und Gründerzeitgebieten war allgegenwärtig und prägte das Bild vieler DDR-Städte. In dieser Situation begannen verschiedene, meist junge Akteure, in Selbstorganisation baufällige Altbauwohnungen zu beziehen, die sie in Selbsthilfe bewohnbar machten. Das so genannte ›Schwarzwohnen‹ wurde meist geduldet, auch riefen zentrale Organisation Initiativen ins Leben, die Wohnungssuchende dabei unterstützen sollten, baufällige Wohnungen in Eigenregie auszubauen.

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Stadtentwicklung

Die Begriffe „extensive“ und „intensive Reproduktion“ entstammen der marxistischen Wirtschaftstheorie und bezeichnen vereinfacht den Unterschied zwischen quantitativem (extensiv) und qualitativem (intensiv) Wachstum. [1] Eine Forderung nach einer intensiven Reproduktion der Volkswirtschaft kamen in den 1960er Jahren im Zuge der Einführung des sogenannten „Neuen Ökonomischen Systems der Leitung und Planung“ auf. Dieses sollte die Phase des extensiven, also quantitativen Wachstums in der DDR ablösen.

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